Roggwil (Transkription Nr. 82)

Schulort Roggwil
Konfession des Orts: Gemischt konfessionell
Signatur der Quelle: BAR B0 1000/1483, Nr. 1463, fol. 21-22v
Standort: Bundesarchiv Bern
Kanton 1799: Thurgau
Distrikt 1799: Arbon
Agentschaft 1799: Roggwil
Kirchgemeinde 1799: Roggwil (TG)
Ort/Herrschaft 1750: Gemeine Herrschaft Thurgau (Gerichtsherrschaft des Fürstabts von St. Gallen)
Kanton 2015: Thurgau
Gemeinde 2015: Roggwil
In dieser Quelle werden folgende 2 Schulen erwähnt:

E: W: BÜRGER STADTHALTER. Laut Aufforderung, gebe Hiermit Anzeig deß Zustands der Schul Roggweil oder Antwort über gemachte Anfragen.

I. Lokal-Verhältnisse.
I.1Name des Ortes, wo die Schule ist.

Die Schul ist im Oberdorff Roggweil, dißmahl in Wilhelm Baumans Hauß, nahe bey der Pfarr-Kirchen, Die Gemeind Roggweil gehört under DISTRICT Arbon im Thurgeü, Agent, David Müller.

I.1.aIst es ein Stadt, Flecken, Dorf, Weiler, Hof?
I.1.bIst es eine eigene Gemeinde? Oder zu welcher Gemeinde gehört er?

Die Schul ist im Oberdorff Roggweil, dißmahl in Wilhelm Baumans Hauß, nahe bey der Pfarr-Kirchen, Die Gemeind Roggweil gehört under DISTRICT Arbon im Thurgeü, Agent, David Müller.

I.1.cZu welcher Kirchgemeinde (Agentschaft)?
I.1.dIn welchem Distrikt?
I.1.eIn welchen Kanton gehörig?
I.2Entfernung der zum Schulbezirk gehörigen Häuser. In Viertelstunden.
I.3Namen der zum Schulbezirk gehörigen Dörfer, Weiler, Höfe.

Zu disem Schul bezirk sind beede dörffer Roggweil, ohnweit von einander ligend, bestehend in 50. Häuser, haben 46. Schulkinder, zu disen kommen von einer halben Stund her, auß dem freydorff von 4. Häuser 5. Kinder, Wath und Reüthe, von einer Viertel Stund her, auß 9. Häuser 9. Kinder.

I.3.aZu jedem wird die Entfernung vom Schulorte, und
I.3.bdie Zahl der Schulkinder, die daher kommen, gesetzt.
I.4Entfernung der benachbarten Schulen auf eine Stunde im Umkreise.
I.4.aIhre Namen.

Benachbarte Schullen sind. a. Heüßlen der Gemeind Roggweil 1/2. Stund Entfehrnt, b. Steinilo, der Pfarrey Arbon, 1. Stund — c. Lehn der Pfarrey Arbon 1/2. Stund Entfehrnt.

I.4.bDie Entfernung eines jeden.
II.10Sind die Kinder in Klassen geteilt?

Diß hat sich bißher bey einigen nicht fügen wollen, dan wo ein 12. Jähriges Kind, ein 6. Jähriges geschwüsterig hat, wil daß jüngere bey keinem anderen sizen, und geschicht also die Klaßen Eintheilung nur an einem donstag, wo Sie Psalmen Buchstabieren, und man die Schriften vom besten biß minsten an Numeriert.

II. Unterricht.
II.5Was wird in der Schule gelehrt?

||[Seite 2] Lesen, Schreiben, einige auch Rechnen, ¢916¢¢ zum Singen hat man Nachtschul, ¢/916¢¢

II.6Werden die Schulen nur im Winter gehalten? Wie lange?

Von MARTINY biß Heü-Ernd, da wirt solche etwan 14. Tag eingestelt, nachher wider 1. Monat biß Korn-Ernd,

II.7Schulbücher, welche sind eingeführt?

Lehr-Meister, Zeügnußen oder Kinderlehr Bücher, Psalmen Davids, Testament, Zeitungen, Calender etc. hernach geschribenes.

II.8Vorschriften, wie wird es mit diesen gehalten?

Nachdem Sie den Zug der Buchstaben merken, gibt man Jhnen Vorzedel zum abschreiben, bißweilen auch Cönten, Freytag und Samstag wan Sie außwendig Lernen, müßen Sie auch außwendig Schreiben

II.9Wie lange dauert täglich die Schule?

Vor und Nachmittag jedes mahl 3. Stund.

III. Personal-Verhältnisse.
III.11Schullehrer.
III.11.aWer hat bisher den Schulmeister bestellt? Auf welche Weise?

||[Seite 3] Den Schul-Meister sezet ein jeweiliger Pfarr Herr, Vorgesezte und Gemeinds außschüße,

III.11.bWie heißt er?

Wilhelm Lengweiler.

III.11.cWo ist er her?

Bürger in Roggweil,

III.11.dWie alt?

62. Jahr alt,

III.11.eHat er Familie? Wie viele Kinder?

5. Kinder, deren 3. verheürathet

III.11.fWie lang ist er Schullehrer?

42. Jahr

III.11.gWo ist er vorher gewesen? Was hatte er vorher für einen Beruf?

Wohnhaft im dorff Roggweil, hat Leinwath Weben gelehrt ist aber in Jungen Jahren, nachdem Er underricht von Herrn Pfarrer Müller sälig genoßen, zu disem dienst gewidmet worden.

III.11.hHat er jetzt noch neben dem Lehramte andere Verrichtungen? Welche?

Vorsinger

III.12Schulkinder. Wie viele Kinder besuchen überhaupt die Schule?

Jm Monat Jenner, Hornung, Merz hat eß mehrentheils biß 60. Kinder, mehr Knaben alß Töchterlein, von MARTINY aber biß Neüjahr, und vom Merz biß Sommer hinauß offtmahl 30. offtmahl nur 25. kan also im Mittelpunkt durchauß der Ertrag wochentlich nicht mehr alß von 40. Kinder geachtet werden.

III.12.aIm Winter. (Knaben/Mädchen)
III.12.bIm Sommer. (Knaben/Mädchen)
IV. Ökonomische Verhältnisse.
IV.13Schulfonds (Schulstiftung)

Schulfond nichts Vor die Wochen zahlt jedes Kind nur 3. xr. wie von alters ||[Seite 4] her, dennen Armen oder Gmeinen Bürgern zahlen die Vorgesezten auß dem Armen Gut.

IV.13.aIst dergleichen vorhanden?
IV.13.bWie stark ist er?
IV.13.cWoher fließen seine Einkünfte?
IV.13.dIst er etwa mit dem Kirchen- oder Armengut vereinigt?
IV.14Schulgeld. Ist eines eingeführt? Welches?

Nichts

IV.15Schulhaus.

für die Schulstuben zahlt die Gemeind, weil solche kein Eigenes Schulhauß hat, den Zinß 10. fl.

IV.15.aDessen Zustand, neu oder baufällig?
IV.15.bOder ist nur eine Schulstube da? In welchem Gebäude?

für die Schulstuben zahlt die Gemeind, weil solche kein Eigenes Schulhauß hat, den Zinß 10. fl.

IV.15.cOder erhält der Lehrer, in Ermangelung einer Schulstube Hauszins? Wie viel?
IV.15.dWer muß für die Schulwohnung sorgen, und selbige im baulichen Stande erhalten?
IV.16Einkommen des Schullehrers.

Gar nichts,

IV.16.AAn Geld, Getreide, Wein, Holz etc.
IV.16.BAus welchen Quellen? aus
IV.16.B.aabgeschaffenen Lehngefällen (Zehnten, Grundzinsen etc.)?
IV.16.B.bSchulgeldern?
IV.16.B.cStiftungen?
IV.16.B.dGemeindekassen?
IV.16.B.eKirchengütern?
IV.16.B.fZusammengelegten Geldern der Hausväter?
IV.16.B.gLiegenden Gründen?
IV.16.B.hFonds? Welchen? (Kapitalien)
Bemerkungen
Schlussbemerkungen des Schreibers
Unterschrift

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